Totengedenken 2006


Totengedenken zum 70-jährigen Bestehen der Feuerwehr Stupferich
mit Kranzniederlegung auf dem Friedhof Stupferich
Floriansgottesdienst am 14. Mai 2006


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Nachfolgend der Text der Ansprache von
Abteilungskommandant Ludwig Kast bei der Kranzniederlegung auf dem Friedhof.

Im Anschluss an die Totenehrung fand im Gemeindezentrum ein kleiner Umtrunk statt.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

zur heutigen Gedenkfeier für die verstorbenen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr anlässlich des siebzigjährigen Bestehens der Feuerwehr darf ich Sie alle hier am Ehrenmal des Friedhofs willkommen heißen.

Besonders begrüßen darf ich unseren Ortsvorsteher Herrn Rolf Doll, ich begrüße die anwesenden Mitglieder des Ortschaftsrates. Ein herzlicher Gruß geht an die ehemaligen Ortsvorsteherin Frau Hanne Langer.
Ein herzliches Willkommen dem Vorsitzenden des Stadtfeuerwehrverbandes Kamerad Franz Josef Ostermann, sowie dem Ehrenvorsitzenden des Verbandes Kamerad Gerhard Kaltenmeier. Ich begrüße die anwesenden Vorsitzende der örtlichen Vereine und Institutionen. Ein herzlicher Gruß an unseren Ehrenabteilungskommandanten Josef Katz. Ich begrüße die Ehrenmitglieder und Alterskameraden, die Fördermitglieder, die Mädchen und Buben der Jugendfeuerwehr sowie unsere aktiven Kameraden.

Gedenkfeierlichkeiten zu Ehren der verstorbenen Mitglieder eines Vereins oder einer Gruppierung ein alter Zopf, ein altes verstaubtes Ritual ?
Ich glaube nicht. Ich denke es ist gut, wenn wir zusammenkommen, um an die Menschen zu denken, mit denen wir zusammengelebt und zusammen gearbeitet haben und die uns im Sterben vorausgegangen sind. Zu einen, weil sie wie wir im Leben und im Sterben in der Hand Gottes waren und zum andern weil sie die gleichen Ideale hatten für die auch wir heute einstehen. Sie versuchten zu ihrer Zeit den Menschen dort zu helfen, wo es nötig war und wo sie es auch konnten.

Wir denken heute auch an die Menschen, die viele von uns nicht mehr gekannt haben, ja viele von uns nicht einmal ihre Namen kennen. Wer kennt heute noch die ersten Kommandanten unserer Wehr, oder wer kennt die damals jungen Frauen aus Stupferich, die während der Kriegszeiten ihren Mann/Frau bei Einsätzen gestanden hatten. Einsätze, die sogar bis nach Mannheim erforderlich waren. Wir denken aber auch an die Förderer unserer Wehr, die heute nicht mehr unter uns sind.
Sie alle hatten das hehre Ziel, in Not geratenen Mitmenschen zu helfen, Leben und Sachwerte zu retten und zu schützen. Sie wollten allen Menschen helfen, egal welcher Rasse, Nation, Hautfarbe oder Religion sie angehören.
„Wir sind alle Brüder“ Dies war auch das Motto des Heiligen Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehren.
Ich wünschte mir, wir hätten heute auch noch einen solchen St. Florian, z.B. im Irak, in Afghanistan oder in anderen Kriegsgebieten. Aber Unmenschlichkeiten und Grausamkeiten gibt es auch in unserem Land, in unserer Stadt. Es liegt an uns, an jedem einzelnen, die Geschwisterlichkeit überall dorthin zu bringen wo wir tätig sind.



Das fängt bei den ganz kleinen alltäglichen Dingen an wie z.B. bei einem Absperrdienst, bei Sicherheitswachen, bei Übungen und hört bei Einsätzen die wir fahren müssen, nicht auf. Dazu zählt auch der ganz normale tägliche Umgang mit unseren Kameraden, den wir untereinander leben. Überall wo wir sind, wollen wir gemäß unserem Glauben und gemäß den Idealen der Feuerwehr bezeugen, dass alle Menschen Brüder sind und dass jeder einzelne so viel wert ist, dass wir ihm helfen und in seiner Not beistehen, sei seine Not in unseren Augen klein oder groß.

Wir sollen heute St. Florian sein.

Wenn wir so leben und arbeiten dass dieser Grundsatz immer wieder deutlich wird, dann leben wir gemäß den Idealen der Menschen an die wir heute denken und die wir in unser Gebet einschließen wollen.

So wollen wir Gott bitten und beten:

Gott unser Bruder und Herr,
wir bitten dich für die, die in Not geraten sind in den Kriegs- und Katastrophengebieten und überall dort wo ihnen die elementarsten Rechte genommen wurden. Behüte sie in deiner Liebe und schicke ihnen Menschen, die ihnen helfen.

Sei all denen bei, die bei der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen bereit sind anderen zu helfen. Stärke sie in ihrem Willen zum Guten und behüte sie bei ihren Einsätzen.

Wir danken Dir für die Menschen, an die wir heute denken und die uns im Glauben und im Helfen Vorbilder geworden sind. Nimm sie auf in dein Reich und schenke ihnen die Gnade deiner Liebe.

Wir wollen unsere Gebete und Gedanken zusammenfassen und gemeinsam beten wie Jesus es uns gelehrt hat.

Vater unser im Himmel.....

Lasst uns nun den Kranz niederlegen.