24-Stunden-Dienst -- Der Bericht

Viele Jugendfeuerwehren haben schon einmal einen 24 Stundendienst veranstaltet. Auch unsere Jugendlichen hatten den Wunsch nach so einem Tag schon öfters geäußert. Also machte sich unser Betreuerteam an die Planung eines solchen Tages. Am Samstag, den 1.Oktober war es dann endlich soweit. Morgens um 8:00 Uhr übergab unser Abteilungskommandant Ludwig Kast das Gerätehaus als „Wache Stupferich“ den Jugendlichen. Von nun hieß es das Leben auf einer Wache der Berufsfeuerwehr zu meistern.
Zahlreiche Aufgaben standen an. Zunächst wurden die Fahrzeugbesatzungen eingeteilt und die Fahrzeuge auf Vollständigkeit überprüft. Der Küchendienst musste ebenfalls besetzt werden. Im Laufe des Tages musste das Frühstück vorbereitet und das Mittagessen gekocht werden. Der Abwasch musste bewältigt werden. Ausbildungsunterricht stand auf dem Tagesplan genauso wie Dienstsport und ein Kinoabend.
Aber dieser normale Tagesablauf wurde durch zahlreiche Alarme immer wieder unterbrochen. Natürlich waren dies keine echten Einsätze, aber die Ereignisse waren sehr realistisch dargestellt worden. Am Morgen „brannte“ ein PKW auf dem Parkplatz der Bergleshalle. Bei einem weiteren Brand mussten Spielgeräte auf einem Spielplatz gelöscht und mehrere Kinder gerettet werden. Aber auch technische Hilfe musste geleistet werden. So musste eine verletzte Person unter einem PKW befreit werden. Kurz vor dem Abendessen ereignete sich dann ein Kellerbrand, bei dem 3 Kinder vermisst wurden. Auch hier griffen unsere Jugendlichen schnell ein und konnten nicht nur die Kinder retten, sondern auch eine sehr aufgeregte Mutter beruhigen.
Am späten Abend wurden wir dann von der Polizei um Mithilfe gebeten. Eine Person hatte sich im Stupfericher Wald verirrt. Sofort rückten ein Fahrzeuge zur Bergleshalle und ein weiteres Fahrzeug zum Sportzentrum aus, um die hilflose Person im angrenzenden Wald zu suchen. Glücklicherweise meldete sich die Person später wohlbehalten bei der Polizei, so das der Einsatz nach einer kleinen Wanderung abgebrochen werden konnte. Zurück im Gerätehaus hieß es dann den Schlafplatz einrichten. Nur schlafen wollte irgendwie noch keiner. Alle waren noch damit beschäftigt, die Ereignisse des Tages zu verarbeiten. Irgendwann überkam dann aber doch alle der Schlaf und es wurde ruhig im Gerätehaus.
Allerdings währte diese Ruhe nicht sehr lange. Denn unser Betreuerteam hatte sich für die Nacht noch etwas besonderes einfallen lassen. Nachdem unsere Kids ein paar Stunden geschlafen hatten, wurde auf einem Grillplatz ein Brand simuliert. Mit jeder Menge Holz wurde ein Feuer in den Grillstellen entfacht. Kurz darauf ertönte im Schlafsaal der Wache Stupferich der Alarmgong. Nur ganz langsam erwachten unsere Jugendlichen aus ihren Träumen. Das aufstehen erwies sich als sehr sehr schwer. Lange nach der Alarmierung verließen zwei Fahrzeuge das Gerätehaus. Etwas wacher wurden dann unsere Fahrzeugbesatzungen, als bereits auf der Anfahrt ein kleiner Feuerschein zu sehen war. An der Einsatzstelle waren dann der notwendige Löschangriff und auch die Ausleuchtung des Platzes recht schnell aufgebaut, aber die Müdigkeit steckte doch allen in den Knochen. So schliefen die meisten eigentlich im Stehen weiter. Zurück im Gerätehaus ging es ganz schnell wieder in die Schlafsäcke. So schnell war es eigentlich noch nie bei einem Jugendfeuerwehrdienst ruhig.
Kurz nach 7:00 Uhr ertönte zum letzten Mal der Alarmgong. Zwei Fehlalarme warfen unsere Kids buchstäblich aus den Betten. Aber ein anschließendes gemeinsames Frühstück entschädigte alle für das frühe Aufstehen.
Ein lange vorbereiteter und ereignisreicher Tag ging für die Jugendlichen und auch die Betreuer zu Ende. Die zurückliegenden Stunden mit zahlreichen Aktionen und Einsätzen und das kalte und regnerische Wetter hatte alle Teilnehmer erschöpft. Aber der Tag hatte auch gezeigt, wie Jugendliche zusammenarbeiten können. Wie sie sich langsam aber sicher in ihren Aufgaben verbessern und sicherer werden. Im Laufe der 24 Stunden entwickelte sich von Aufgabe zu Aufgabe aus vielen Einzelkämpfern ein richtiges Team. Zum Abschluss waren sich alle einig, so etwas müssen wir unbedingt noch mal machen.

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