Befreundete Wehr

Seit dem Jahr 1991 unterhalten wir mit der Freiwilligen Feuerwehr Pokoj, Bezirk Oppeln in Polen eine freundschaftliche Beziehung. Dieser Ort liegt im ehemaligen Oberschlesien und hatte bis nach dem Krieg den Namen Carlsruhe.

Gegründet wurde Pokoj im Jahr 1748 vom Oelser Fürsten C.Ch. Erdmann von Württemberg nach dem Vorbild von badischen Karlsruhe, also mit einem Schloß und fächerförmig abgehenden Straßen.

Leider wurde das Schoß in der Kriegszeit zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Im Jahr 1847 wurde Carlsruhe zum Bad erhoben. Nach der Ortsgeschichte hatte es 1861 bereits 2364 Einwohner, (1411 Evangeliken, 825 Katholiken, 128 Personen jüdischen Glaubens). Es gab 55 Pferde, 191 Kühe, 39 Ochsen und 5 Esel.

Im Jahr 1904 wurde die Freiwillige Feuerwehr zum ersten Mal erwähnt. Es war der Wunsch der Feuerwehrkameraden in Pokoj mit dem deutschen Karlsruhe in Kontakt zu treten. Dieses Ansinnen wurde sehr stark unterstützt von der ehemaligen Vorsitzenden des deutsch-polnischen Freundeskreis, Frau Adelheid Klimczak. Zustande gekommen ist der Kontakt mit einem Jäger aus Karlsruhe, der in dem waldreichen Gebiet als Gast zur Jagd war.


Vom 20.-22. September 1991 waren wir zum ersten Mal in Polen. Seit dieser Zeit gab es einigen Besuche und Gegenbesuche. So waren wir bei zwei Gottesdiensten zu Ehren des Heiligen Florian in Polen.









Bei unserer Fahnenweihe war eine Abordnung der polnischen Freunde bei uns zu Gast.



Die Gemeinde Pokoj besteht aus mehreren Teilorten in denen es auch jeweils eine Feuerwehr gibt. Anders als bei uns gibt es dort für die Ausbildungs- und Einsatztätigkeiten einen Kommandanten und gleichzeitig einen Vertreter nach außen. In Pokoj ist die Stützpunktwehr stationiert. In Oppeln gibt es eine Berufsfeuerwehr die noch ziemlich militärisch geführt wird. Da durch den sandigen Boden meist Kiefernwälder die Landschaft prägen, ist bei der Berufsfeuerwehr Oppeln ein über 20.000 l fassender Tankwagen für Waldbrandeinsätze stationiert. Natürlich gibt es dort auch alle üblichen Feuerwehrfahrzeuge.


Im Mai 2002 waren wir wieder zu einem Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Florians von unseren Freunden nach Pokój eingeladen. Der Empfang war wie immer sehr herz-lich, wir wurden mit großer Gastfreundschaft empfangen und bewirtet. Da dieses Mal auch mehrere junge Kameraden von uns mit dabei waren, gab es auch einen Disco- Be-such. Die Besichtigung von Dresden auf der Hinfahrt war Pflicht.

Im Mai 2005 konnten wir die Kameraden aus Pokój zu einem gemeinsamen Floriansgottesdienst des Stadtfeuerwehrverbandes in Stupferich einladen. Nach diesem Gottesdienst überreichten uns die Gäste aus Polen eine Statue des Heiligen Florian. Bei diesem Besuch war es möglich, die Kameradschaft weiter auszubauen. Wir hatten ein interessantes Programm zusammengestellt mit einer Stadtrundfahrt und Gelegenheit zum Einkaufsbummel sowie eine Besichtigung der Berufsfeuerwehr Karlsruhe. Später ging es dann gemeinsam in die Pfalz zu einem fröhlichen Abend.



Am Juni 2008 feierten die Kameraden das 100- jährige Jubiläum. Wir wurden von der Bürgermeisterin von Pokój, Frau Barbara Sajons persönlich zum Besuch eingeladen. Mit 10 Teilnehmern und zwei MTW’s waren wir in Polen. Unser neuer MTW war selbstverständlich mit dabei. Nach einem Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Florian und einem Festakt unter freiem Himmel wurden Ehrungen ausgesprochen und Gastge-schenke ausgetauscht. Als Gastgeschenk überbrachten wir ein Fahnenband für ihre Fahne. Das Fest klang am Nachmittag auf dem Festplatz der Gemeinde aus. Es war für die Teilnehmer eine ganz andere Art, so ein Fest zu feiern.


Im Jahr 2009 erhielten die Kameraden ein mit Spenden finanziertes modernes Löschfahrzeug. Da die Ausstattung dieses Fahrzeug nicht vollständig war, baten sie uns um Unterstützung. Wir beschafften aus Mitteln unserer Abteilungskasse einen technischen Hilfeleistungssatz mit Schere und Spreizer von der Branddirektion Karlsruhe. Mit 5 Teilnehmern wurden dann dieses Geräte nach Polen gefahren und dort in einem offiziellen Akt im Beisein der Bürgermeisterin von Pokój übergeben. Mit großer Freude und Dank wurde unser Geschenk entgegengenommen.

Die Fahrt nach Polen wurde dieses Mal auf der Hinfahrt zu einer Besichtigung der ehemaligen deutschen Stadt Breslau, heute Wrozlaw, genutzt. Am Sonntag machten wir mit den polnischen Kameraden noch einen Ausflug nach Tenschstochau, dem größten Wallfahrtsort in Polen. Dort fand gerade eine Wallfahrt zur Schwarzen Madonna mit über 100.000 Teilnehmern statt. Dies war für uns alle sehr beeindruckend.



Beim Abschied kündigten wir unser 75 jähriges Jubiläum im Jahr 2011 an und luden sie jetzt schon dazu ein. Wir hoffen natürlich, dass sie dann unsere Gäste sind.

Im Jahr 2011 feierten wir unser 75jähriges Jubiläum. Eine Abordnung unserer befreundeten Wehr war unserer Einladung gefolgt und nahm an den Feierlichkeiten unseres Festes teil. Im Rahmen des Festabends überreichten Kamerad Aloijs Kubiza als Chef der Feuerwehr Pokój ein Mannschaftsbild seiner Wehr. Der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbandes Karlsruhe Kamerad Ulrich Volz überreichte einen Ehrenteller des Verbandes. Abteilungskommandant Siegbert Becker überreichte einen Zinnteller an unsere Gäste.




Von der Aufführung des Großen Zapfenstreichs waren unsere Gäste sehr beeindruckt.



Am Sonntagmorgen konnten sie der Großübung der Bergdorf-Jugendfeuerwehren besichtigen und sich ein Bild über die Jugendarbeit in Deutschland machen.



Selbstverständlich nahmen sie auch an unserem großen Festumzug durch Stupferich teil.







Leider mussten die Kameraden bereits am Montagmorgen wieder die Heimreise antreten. Einige Kameraden unserer Wehr und die Gastfamilien verabschiedeten sich von den Gästen. Beim Abschied wurde dem ehemaligen Abteilungskommandant Ludwig Kast noch ein Polohemd der Feuerwehr Pokój, versehen mit seinem Namen, überreicht.

Alle Kameraden brachten ihre Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen zum Ausdruck.

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Besuch unserer Kameraden aus Pokój am 19.-22.06.2015
Anlässlich der 300-Jahrfeier der Stadt Karlsruhe machte der Stadtfeuerwehrverband den Vorschlag, zur Eröffnung der Feierlichkeiten dieses Festes alle Partnerwehren der Abteilungen einzuladen. Wir luden dann auch selbstverständlich unsere Partnerwehr aus Pokój dazu ein und erhielten die Zusage zur Teilnahme.
Die Anfahrt nach Stupferich gestaltete sich für unsere Kameraden aus Pokój als sehr beschwerlich, sie standen vor dem Erreichen des Ziels mehrere Stunden im Stau. Wir erwarteten sie wegen der späten Stunde im Gasthaus zum Lamm, wo sie dann noch bewirtet wurden. Die gemeinsame Wiedersehensfeier war verständlicherweise kurz, nach diesem langen Tag bezogen sie bald ihr Quartier.
Für den Samstag hatte der Stadtfeuerwehrverband ein reichhaltiges und interessantes Programm vorbereitet. Nach dem Frühstück fuhren wir mit unseren Freunden zum diesjährigen Karlsruher Katastrophenschutztag, wo wir, zusammen mit 4 weiteren Partnerwehren, von Bürgermeister Klaus Stapf begrüßt wurden. Nach der Begrüßung konnten wir einen Rundgang über die Präsentationsfläche machen. Es waren alle Hilfsorganisationen vertreten, von der Feuerwehr über das THW, den Rettungsorganisationen, Hundestaffeln und auch der Polizei.








Am Nachmittag waren wir von der Fa. Rosenbauer, vormals Metz, zum Mittagessen eingeladen. Danach fand eine lehrreiche Besichtigung des Werkes statt. Im Werkshof konnten wir einige fertiggestellte Fahrzeuge besichtigen. Als krönenden Abschluss konnte jeder noch eine Fahrt mit der Drehleiter oder eines Teleskopsteigers machen. Die Fahrt auf der mit 64 m größten ausfahrbaren Leiter wollten sich aber nicht alle antun.




Nach dieser Besichtigung ging es dann zum Feuerwehrfest nach Bulach, wo der Vorsitzende des Verbandes Ulrich Volz für die anwesenden Partnerwehren und die Gastwehren ein Gastgeschenk von der Karlsruher Manufaktur Majolika überreichte.




Danach ging es zu dem eigentlichen Höhepunkt, die Eröffnung der 300-Jahrfeierlichkeiten vor dem Karlsruher Schloss. 40.000 Gäste waren begeistert von den Vorführungen, besonders von der grandiosen Lichtschau an der Fassade des Schlosses.




Nach dem langen Samstag gab es am Sonntag Zeit zum gegenseitigen Austausch. Nach dem Frühstück war Kirchgang und das Mittagessen angesagt. Danach wurde das neu umgebaute Gerätehaus besichtigt und der Tag ausklingen gelassen.














Am Montag wurde noch der obligatorische Einkauf getätigt. Mit vielen Dankesworten traten sie die Heimreise an. Der Abschied fiel allen schwer, was wir als Zeichen eines gelungenen Wochenendes bewerten.